Das Behindertenpolitische Netzwerk Dortmund hat eine Vision. Es wünscht sich eine lebenswerte Stadt, in der alle Menschen alles erleben und alle städtischen Einrichtungen nutzen können, unabhängig davon, ob sie ein Handicap haben. So möchte das Netzwerk, dass es behinderten Menschen möglich ist, das Ostwallmuseum mithilfe der Stadtbahne aufzusuchen. Aber selbst dieser einfache Wunsch ist in Dortmund trotz aller Bemühungen, die auch in Handicap News dargestellt werden, noch nicht vollständig verwirklicht.

Menschen mit einer Sehbehinderung kommen als Fußgänger in den Gehwegbereichen der Dortmunder Innenstadt auch ohne Hilfe gut voran. Hierbei unterstützt sie ein System aus Noppen und Rillen auf den Gehwegen, die als eine Art fühlbares Leitsystem funktionieren. Dieses praktische System hat allerdings den Nachteil, dass es bislang nur oberirdisch installiert ist. Wer als Mensch mit Behiderung, Sehbehinderte bei einer Fahrt mit der Stadtbahn die Linie wechseln will, dem hilft an den Umsteigestellen kein Leitsystem. Wie Richardt Schmidt, der stellvertretende Vorsitzende des Dortmunder Netzwerkes erläuterte, ist eine wirklich selbstständige Mobilität für behinderte Menschen mit Sehstörungen in Dortmund nicht gegeben. Wenn diese sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln bewegen, dann ist die Angst sich zu verlaufen oder die Furcht, auf die Gleise zu stürzen, ihr ständiger Begleiter.

Das Behindertenpolitische Netzwerk Dortmund

Baumaßnahmen, die die Situation verbessern würden, kommen aus pekuniären Gründen zurzeit nicht infrage. Daher möchte das Netzwerk erreichen, dass Behinderten bei Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs ein Begleitservice zur Verfügung gestellt wird. Eine Anfrage bei anderen Kommunen hatte ergeben, dass es für ein solches System bereits fünf Beispiele in Nordrhein-Westfalen gibt.  Auch für das Ostwallmuseum wünscht sich das Netzwerk Verbesserungen in Form eines elektronischen Leitsystems. Dies sollte nach Auffassung des Netzwerkes nicht am Geld scheitern, denn der Museumsbau habe bereits 80 Millionen Euro gekostet.