Unternehmens-Praktika sind als Einstig in den Beruf und zur Erkundung der eigenen Fähigkeiten ein probates und beliebtes Mittel. Solche Praktika werden jetzt auch für behinderte Menschen in Leipzig angeboten. Im Frühstücksraum eines Hotels am Hauptbahnhof absolviert Maryam Omidvar ihr Praktikum in einem Unternehmen.
Die junge Frau ist mit der Hoteluniform bekleidet und erledigt ihre Aufgaben zwischen den Frühstückstischen der Hotelgäste schnell und gewissenhaft. Sie fällt nur wenigen Menschen auf, nur wer genaue hinsieht, erkennt die Besonderheit der 20-jährigen. Das Gesicht ist etwas rundlich und ihre Augen haben ein leicht asiatisches Aussehen, denn Maryam Omidvar ist vom Down-Syndrom betroffen, das in den Handicap News bereits beschrieben wurde. Bei dieser genetisch bedingten Erkrankung sind die geistigen Fähigkeiten der behinderten Menschen eingeschränkt.
Wie Claudia Kittler, eine Vertreterin der Diakonie in Leipzig erläuterte, stellt eine solche Einschränkung jedoch keinen Hinderungsgrund für die Aufnahme einer Beschäftigung dar. Bereits seit vier Monaten ist Kittler damit befasst, Menschen mit Behinderungen aus den Werkstätten der Diakonie zu holen und diesen ein Praktikum bei anderen Firmen, die ansonsten nur wenige Menschen mit einem Handicap beschäftigen, zu verschaffen. Ein solches Praktikum soll den behinderten Menschen mehrere Vorteile verschaffen. Der Kontakt mit Menschen ohne Behinderung stärkt das Selbstbewusstsein und außerdem bietet das Praktikum die Chance, in Anschluss eine Anstellung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden.
Das Kalkül ist auch bei Maryam Omidvar aufgegangen. Sie hat sich in einem Monat im Hotel weiter entwickelt als während ihrer Jahre in der Werkstatt der Diakonie. Auch der Manager der Hotels, Hans-Martin Schwarz ist von der Leistung der Praktikantin begeistert. Mängel in der verbalen Kommunikation hat die Praktikantin durch ihren Einsatz und ihre selbstständige Arbeitsweise wettgemacht.












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