Technik für mehr Barrierefreiheit nicht nur für Blinde

In Immenhausen (Hessen), Stadtteil Holzhausen waren zwei Wissenschaftler der European Commission, dem Joint Research Centre aus Ispra – Institute for the Protection and the Security of the Citizen, Italien zu Gast. Das warf viele Fragen,  insbesondere mit den beginnenden Arbeiten zum Einbau der Funkchips in der Ortsmitte von Holzhausen als „Demonstrator-Strecke“ (Outdoor-Pilotprojekt) einer ersten Projektphase der SESAMONET-Technologie als Vorab Feldversuch – weitere werden in Hessen folgen – auf.

Sich in einer fremden Umgebung zurechtzufinden, stellt für jeden von uns, aber insbesondere für Menschen mit einer Sehbehinderung eine besondere Herausforderung dar.  Durch die barrierefreie Gestaltung der Gehwege im Bereich der Ortsmitte von   Holzhausen unter Verwendung von RFID-Funkchipwegen (Radio-Frequncy-Identification; www.nullabsenkung.de) ist dies weitgehendst gewährleistet.

Diese assistive Technologie entspricht einer Implementierung des Konzepts des „Universal Designs“, dass als gestalterischer und funktionaler Ansatz zur Entwicklung von Produkten, Dienstleistungen und Umgebung definiert wird, mit dem Ziel die Nutzung des öffentlichen Raums für möglichst viele Menschen zu gewährleisten, ohne spezielle und separierende Lösungen zu bieten, die häufig als stigmatisierend empfunden werden.

Der Demonstrator mit der Ausgabe von akustischen Informationen wurde U-Förmig  zwischen zwei Haltestellen unter Einbeziehung des  Fußgängerüberweges (Zebrasteifen) als Funkchipstrecke am 23. Aug. 2011 aufgebaut und in Betrieb genommen. Bei den Informationen handelt es sich um akustische Informationen wie Warnhinweise, Orientierungshilfen und Wissenswertes, die dank RFID- Transponter (auch Tag`s genannt) sehr exakt an einer bestimmten Position zur Verfügung gestellt werden können und sich deshalb auch zur Verwendung in sicherheitskritischen Bereichen eignen.

Die Trasse wurde bewußt gewählt, da durch den anstehenden Ausbau der Landesstraße 3232 ab dem III. Quartal 2012 hier für die künftige Nutzung und Einbautechnik dieser Technologie im öffentlichen Verkehrsraum erste Erfahrungen in Deutschland gewonnen werden sollen.

„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht“ [Franz Kafka].

Dipl.- Ing. Roland König
www.nullabsenkung.de

Ähnlich wie Wheelmap, versucht diese neue Technologie Menschen mit Einschränkungen, vor allem in Grossstädten schnell und sicher ans Ziel zu bringen. Für mich als Rollstuhlfahrer, sind solche neue Innovative Technologien natürlich immer sehr interessant. In U-Bahn oder S-Bahn Stationen, ohne GPS Empfang wäre die RFID Technik eine große Hilfe.

Wie sind Eure Erfahrungen, zum Thema Barrierefreiheit in U- Bahn oder S-Bahnhöfen. Könnte Rollstuhlfahrern oder andere Menschen mit Mobilitäts-Einschränkungen, diese Technologie helfen schneller und sicherer ans Ziel zu gelangen?

Postet doch bitte Eure Meinungen dazu als Kommentar!